Raum No 4 - Home Story
Home Story

Esther Ernst
Martinka Kremeckova
Marcel Meury

1. – 11. Dezember 2011
Gärtnerwohnung
Melchenbühlweg 4
3006 Bern

Vernissage:
DO 1. Dezember 2011,
18:30 Uhr

Finissage:
SO 11. Dezember,
ab 15 Uhr mit Glühwein

Öffnungszeiten:
SA: 13:00–17:00 Uhr
und nach Vereinbarung
Dass in der ehemaligen Gärtnerwohnung des Landhauses Waldeck, das 1735 erstmals in den Akten erscheint, Herbarien gewälzt und Geschichte geschrieben wurde, ist lange her. Nun nimmt RAUM № 4: Home Story die geschichtsträchtigen Räume in Beschlag und versteht sich als Sammlung, Archiv und Kabinett von Erzählungen und Erinnerungen:

Die einzelnen Teile von Rest um Rest, gepresst, 2003–2008 werden ähnlich wie die Sammelstücke eines Herbariums kontinuierlich mehr. Es ist die Aufbewahrung von Alltagsgegenständen der Künstlerin Esther Ernst – in Glasrahmen gepresste Spuren von Intimem, abgetrennt von ihren Ausgangsobjekten. Die sich auch in den Werken Juglans (2007) und beliebte Köder – künstliche Fliegen (2009) wiederholende Vorgehensweise der Vereinnahmung von Fundstücken und deren Inventarisierung in Gruppen oder Serien sind in Esther Ernsts Schaffen wiederkehrende Elemente. Dabei entsteht ein subtiles Wechselspiel zwischen kategorisierender Übersicht und kleinteiliger Intimität.

Martinka Kremeckova entwirft in den gezeigten Werken Herkunft holt uns in Kohleform ein (2011) und Plagiastik (2008) ihre eigene Vorstellung von Materie, deren Beschaffenheit und deren Entwicklungsprozesse. Es entstehen spekulative Erzählungen über die Anatomie und den Aufbau der Dinge. Dabei stellt sich immer wieder die Frage über die Beziehung zwischen Sehen und Wissen. Vordergründig wird ein Spiel mit Imitation, Illusion und der Scheinhaftigkeit der Welt betrieben. Die Erscheinung des Materials lässt bisweilen im Unklaren ob es sich um natürliche Vorkommnisse oder um künstliche Eingriffe handelt und bringt damit die Zuordnung in Fiktion und Objektivität durcheinander.

Marcel Meury machte sich während neunzehn Tagen in den Londoner Quartieren E1 und E2 auf die Suche nach den Überresten einer englischen Essenskultur – am Strassenrand liegende, abgenagte Hühnerknochen. Die Arbeit I Went (2009) ist das morbide Ergebnis einer aufwendigen und mühevollen Suche.


Esther Ernst—Rest um Rest, gepresst, 2003–2008


Esther Ernst—Rest um Rest, gepresst, 2003–2008


Esther Ernst—Juglans (2007) und beliebte Köder—künstliche Fliegen (2009)


Martinka Kremeckova—Herkunft holt uns in Kohleform ein (2011) und
Plagiastik (2008)


Martinka Kremeckova—Plagiastik (2008)


Martinka Kremeckova—Herkunft holt uns in Kohleform ein (2011)


Ausstellungsansicht, Martinka Kremeckova und Esther Ernst


Marcel Meury—I Went (2009)


Marcel Meury—I Went (2009)